LETsDOK 2025 Dokumentarfilme in aller Vielfalt
LETsDOK bietet jedes Jahr im Herbst die geballte Möglichkeit für Dokumentarfilme, Filmemacher:innen und Zuschauer:innen, um sich über aktuelle gesellschaftliche Themen auszutauschen und gemeinsam zu diskutieren. Willkommen!
„Mehr Demokratie wagen“ lautet das Motto der 6. Dokumentarfilmtage LETsDOK: Vom 18. September bis 15. Oktober laufen in Kinos in ganz Deutschland zahlreiche Dokumentarfilme, die demokratische Grundwerte vermitteln und stärken und die Vielfalt, Chancengleichheit und Nachhaltigkeit fördern. Geplant sind über 200 Veranstaltungen in ganz Deutschland.
Programm in Bremen
Filme mit einem ergänzenden Programm sind die Besonderheit von LETsDOK.
Do 18.09. um 20h: Hände weg von den Arbeitsplätzen bei VFW
Zwei 16mm-Filme zum Arbeitskampf. Gäste aus Gewerkschaften, Politik und Film
Fr 19.09. um 20h Erde / Transformationskonferenz
Gäste: Miriam Böhmer, DGB Bereich Bremen-Elbe-Weser; Sebastian Möller, Arbeitnehmerkammer Bremen
Im Rahmen der Bremer Transformationskonferenz
Sa 20.09. um 18h Der Helsinki Effekt.
Vom Kalten Krieg zur Wiedervereinigung / 50 Jahre KSZE
Gast: Manfred Nieft „Bremische Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung"
So 21.09. um 17:30 „Wir fangen gerade erst an!"
Veranstaltung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bremen/Unterweser e.V.
Einführung: Hermann Kuhn; Grußwort: Lutz Peper, Honorarkonsul Lettlands in Bremen
Mo 22.09. 20h Kein Land für Niemand
Abschottung eines Einwanderungslandes
Gast: Sea Eye, Bremen und Regisseur (angefragt)
Mo 22.09. 20h Kein Land für Niemand
Gast: Podiumsdiskussion in Kooperation mit B 90 / Die Grünen, Bremen
So 28.09. um 18h Territorio Puloui. Im Heiligen Land des Wassers
Der Filmabend ist Teil des Angebots der Wasserwochen Bremen
Gast: Regisseur Maik Gleitsmann-Frohriep mit Regisseur Maik Gleitsmann-Frohriep und Angelika Krenzer-Baß, 1. Vorsitzende des biz Bremen
Mi 15.10.um 18h Blauer Himmel Weisse Wolken
Gast: Filmemacherin Astrid Menzel
Veranstaltungsort in Bremen:
Kommunales Kino Bremen
Birkenstraße 1, 28195 Bremen
www.city46.de/
Kartenreservierung
(Email-Adresse)
0421-957 992 90 (auch AB, nur bis zum Vortag möglich)
Hände weg von den Arbeitsplätzen bei VFW u.a. mit Filmbüro-Mitglied Gernot Steinweg am Do 18.09.2025 um 20h
"Hände weg von den Arbeitsplätzen bei VFW“ unter diesem Motto kämpften in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre Arbeiter und Angestellten für den Erhalt der Arbeitsplätze im damaligen VFW-Fokker Konzern. Diese Arbeitskämpfe wurden von der Frankfurter Filmgruppe "Arbeit Und Film e.V." in zwei Filmen dokumentiert, die später für viele Jahre fester Bestandteil der gewerkschaftlicher Bildungsarbeit waren.
Das Besondere daran ist, dass beide Filme in enger Zusammenarbeit mit den IG Metall Vertrauensleuten und Betriebsräten vor Ort entstanden sind und das "Arbeit und Film" selbst ein Kollektiv von Filmemachern und Arbeitern war. Um diese Zusammenarbeit auch konkret umzusetzen, wurde von „Arbeit und Film“ eine besondere Technik des Filmschnitts erfunden (16mm Filmprojektor in Kombination mit Picture Synchroniser), die es erlaubte, wesentliche Teile des Editing mit einer größeren Gruppe von Menschen vor Ort zu tätigen. Manfred Jabs (ehemaliger IG Metall Betriebsrat im VFW-Werk Lemwerder) sowie der Filmemacher Gernot Steinweg (Mitbegründer von Arbeit Und Film e.V., Frankfurt/M) haben damals an der Herstellung der Filme aktiv mitgewirkt.
Zwei historische Arbeiterfilme aus den 1970er Jahren, vorgeführt im 16mm-Film Originalformat.
„Wachsam Tag und Nacht“ (Speyer, 1975 76, 45 Min.)
In Speyer sollte 1976 das VFW-Fokker-Werk stillgelegt werden. 1300 Arbeitsplätze standen auf dem Spiel, ein herber Schlag für die Region drohte. Die zu über 90% in der IG Metall organisierte Belegschaft formierte sich zum Widerstand. Unter Führung der Betriebsräte und gewerkschaftlichen Vertrauensleute führte die überwiegend männliche Belegschaft zusammen mit ihren Frauen und Familien einen bis dahin beispiellosen Arbeitskampf, bei dem die gesamte Bevölkerung, einschließlich der Kirchen, mobilisiert wurde – mit Erfolg. Die Belegschaft konnte auch spätere Versuche, den Betrieb stillzulegen, abwehren. Das Werk besteht bis heute unter dem Namen „PFW Aerospace GmbH “ (Hutchinson-Konzern, Frankreich).
Dieser Film war jahrzehntelang fester Bestandteil der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit.
Internationale Kurzfilmtage Oberhausen 1977,
Preis der Arbeitsgemeinschaft der Filmjournalisten;
Preise der Jungsozialisten Nordrhein-Westfalen und des Deutschen Gewerkschaftsbunds.
„Wohin?“ (Bremen, 1978 79, 52 Min.)
Im Zuge der Umstrukturierung des VFW-Fokker-Konzerns und einer bevorstehenden Fusion mit MBB sollte die Produktion der VFW 614 eingestellt werden.
Es war das erste in der Bundesrepublik Deutschland entwickelte und in Serie gebaute Kurzstrecken-Düsen-verkehrsflugzeug mit vielen technischen Neuerungen. Betroffen waren die Werke in Bremen, Lemwerder, Einswarden und Varel. Die Unternehmensleitung drohte mit dem Abbau von 4500 Arbeitsplätzen. Ermutigt durch den Erfolg in Speyer begannen auch die Belegschaften der Nordwerke sich zu wehren. Zum ersten Mal gelang es der IG Metall im Bremer Hauptwerk, wo die technische Entwicklung konzentriert war, auch die Angestellten in großer Zahl für gewerkschaftliche Forderungen zu gewinnen. Viele von ihnen traten in die IG Metall ein. Erst spät durchschauten die Gewerkschafter, dass sie von der Unternehmensleitung benutzt worden waren, um für den Konzern zusätzliche staatliche Subventionen in Millionenhöhe zu erstreiten.
Preis der Deutschen Filmkritik / Internationale Kurzfilmtage, Oberhausen 1979
Die Gäste:
Manfred Jabs, ehemals IG Metall-Betriebsrat im Werk Lemwerder, danach Geschäftsführer beim Landesverband der SPD Bremen-Niedersachsen, später Geschäftsführer der AWO- Bremerhaven, dort Mitbegründer der Tafel und des Vereins "Bremerhaven hilft"; Gernot Steinweg, Mitbegründer von Arbeit Und Film e.V., Frankfurt/m.; Jan Heinrich aus Speyer, ehem. VFW / PFW-Betriebsrat und IG Metall -Vorstandsmitglied)
Kommunales Kino Bremen City46
Birkenstr. 1
www.city46.de/arbeitskampf
Info und Tickets
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem CITY 46 / Kommunalkino Bremen e.V. und LETsDOK Unterstützt von: Arbeitnehmerkammer Bremen; Arbeit und Leben Bremen; DGB Bremen; Ver.di Bremen; IG Metall Bremen; Arbeitsgemeinschaft der IG Metall-Betriebsräte in der Bremer Luft- und Rauffahrtindustrie; Die Sparkasse Bremen.
Erde / Transformationskonferenz
A 2019, Regie: Nikolaus Geyrhalter, 115 Min., deutsch, englisch, ungarisch, spanisch, italienisch OmU
In sieben Kapiteln dokumentiert Nikolaus Geyrhalter industrielle Eingriffe in die geologische Tektonik der Erde: In präzisen Kadrierungen werden die Veränderungen durch Planierung für den Städtebau und durch Bohrung für den Tunnelbau gezeigt, der bauliche Erhalt eines Salzstocks als Atommülllagerstätte und die zeitgenössischen Abbauformen von Bodenschätzen wie Kupfer, Marmor, Braunkohle und Schieferöl. Die schieren Dimensionen dieser maschinengesteuerten Vorgänge werden gleichermaßen zu ikonischen Bewegungs-Bildern für die erfolgreiche Aneignung materieller Ressourcen und für den Raubbau an den Grundlagen menschlicher Existenz. Fast immer kommen Arbeiter*innen vor Ort zu Wort. Das letzte Kapitel weicht davon ab und stellt eine von der Schieferölproduktion betroffene indigene Perspektive ins Zentrum.
Fr. 19.9. / 20:00 mit Miriam Böhmer, DGB Bereich Bremen-Elbe-Weser; Sebastian Möller, Arbeitnehmerkammer Bremen
Den Wandel gerecht gestalten Bremer Transformationskonferenz
Fr 19.09.2025, 9:30 - 17:30 Uhr – Bremische Bürgerschaft
Eine Veranstaltung von DGB und Arbeitnehmerkammer in Kooperation mit Bremer Umwelt- und Sozialverbänden mit Yasmin Fahimi (DGB) und Annika Rittmann (Fridays for Future).
www.arbeitnehmerkammer.de Programm
Der Helsinki Effekt Vom Kalten Krieg zur Wiedervereinigung / 50 Jahre KSZE
FIN/D/S 2025, Regie: Arthur Franck, 88 Min., OmU
Es war die Konferenz des vergangenen Jahrhunderts, als sich die ranghöchsten Vertreter von acht sozialistischen und 27 kapitalistischen Ländern 1975 in Helsinki trafen. Das Ziel der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa – KSZE – war Versöhnung. Im Zentrum der Verhandlungen stand das Bestreben der Sowjetunion unter Leonid Breschnew, die bestehenden Grenzen des Ostblocks nach dem Zweiten Weltkrieg völkerrechtlich anerkennen zu lassen - während Westeuropa, sowie die USA unter Präsident Gerald Ford und Außenminister Henry Kissinger, auf die Stärkung von Demokratie und Menschenrechten drängten. Nach langwierigen Diskussionen verständigten sich schließlich 35 Staats- und Regierungschefs auf einen Kompromiss.
Arthur Francks Dokumentarfilm bietet einen eindrucksvollen Einblick in die historischen KSZE-Verhandlungen im Jahr 1975, für die er ausschließlich Archivmaterial nutzt und Schauspieler Bjarne Mädel als Erzähler die Teile zusammenführt. Lange Zeit wurde die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa als langwieriges, wenig effektives diplomatisches Unterfangen betrachtet. Rückblickend erwies sie sich jedoch als bedeutender Schritt: Sie trug zur Überwindung des Eisernen Vorhangs bei und beeinflusste den Zerfall der Sowjetunion sowie den Fall der Berliner Mauer.
Der Abend ist eine Veranstaltung der Bremische Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung
Sa. 20.9. / 18:00 mit Manfred Nieft „Bremische Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung"
„Wir fangen gerade erst an!" „Mēs tikai tagad sākam" / Riga-Bremen
LETT 2022, Regie: Marta Herca, 58 Min., lettisch OmU
Am 18. September wird Margers Vestermanis in Riga seinen 100. Geburtstag feiern.
Mit 17 Jahren verlor Marģers Vestermanis seine gesamte Familie beim Massaker von Rumbula. Er überlebte danach das Ghetto in Riga und zwei Konzentrationslager. Statt sich in der Folge von der Gesellschaft abzuwenden, widmete er sein Leben der historischen Aufarbeitung der lettischen Geschichte und der Erinnerung an jene, die mutig Widerstand leisteten und jüdische Mitmenschen retteten. Erst nach der Befreiung von der Sowjet-Besetzung konnte er als Historiker frei über den Holocaust in Lettland forschen.
Mit emotionaler Tiefe erzählt der Film nicht nur von der unermesslichen Grausamkeit dieser Zeit, sondern auch von Vestermanis’ Lebensmut, seiner intellektuellen Klarheit und seinem Engagement für das Erinnern. Die Natur – Wälder, Flüsse, der lettische Himmel – wird dabei zum symbolischen Begleiter seines Weges. „Wir müssen wissen, was mit ihm und seiner Familie geschehen ist. Und wir müssen begreifen, dass das uns passiert ist – es ist Teil unserer gemeinsamen Geschichte“, betont Regisseurin Marta Herca. Trotz seines hohen Alters setzt sich Marģers Vestermanis weiterhin für die Erinnerung an die jüdischen Retter ein. Der Film begleitet ihn an zentrale Orte seiner Biografie – von Riga bis in die Wälder von Dundaga – und macht sein Zeugnis auf eindrucksvolle Weise zugänglich.
Der Abend ist eine Veranstaltung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bremen/Unterweser e.V. Hermann Kuhn, Vorsitzender: „Mit der Filmvorführung möchten wir ihm unseren großen Dank und hohe Anerkennung für sein Lebenswerk aussprechen! Wir gratulieren Margers Vestermanis herzlich zum 100. Mit Hilfe Bremens hat Margers Vestermanis im Rahmen der Städtepartnerschaft sofort nach dem Ende der Sowjetherrschaft 1990 das Jüdische Museum in Riga aufgebaut. Er war mehrmals mit Vorträgen in Bremen zu Gast, unter anderem am Gedenktag des 27. Januar. Dort hat er über die Täter gesprochen, aber vor allem über die „Judenretter", über Menschen, die mit der Hilfe für Juden ihr eigenes Leben riskierten. Das ist auch das Thema eines großen Buches, das er in diesen Tagen fertiggestellt hat. Wir danken dem Senat der Freien Hansestadt Bremen für die Förderung der Veranstaltung.“
So. 21.9. / 17.30 * Einführung: Hermann Kuhn; Grußwort: Lutz Peper, Honorarkonsul Lettlands in Bremen
Kein Land für Niemand Abschottung eines Einwanderungslandes
D 2025, Buch, Regie: Max Ahrens, Maik Lüdemann, 106 Min., OmU
Die deutsche Asyl- und Migrationspolitik entfernt sich zunehmend von ihren humanitären Wurzeln und dem Motto „Wir schaffen das!” aus dem Jahr 2017. Zugleich verschärft sich seit Jahren die Situation an den Außengrenzen der Europäischen Union - mit teilweise tödlichen Konsequenzen für die Flüchtenden. Die Dokumentation von Max Ahrens und Maik Lüdemann begleitet eine Seenotrettungsmission im Mittelmeer, zeigt die dramatischen Zustände in europäischen Flüchtlingslagern und lässt Menschen zu Wort kommen, die die gefährliche Flucht nach Europa überlebt haben.
Zugleich wirft der Film einen kritischen Blick auf die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland: Rechtspopulisten gewinnen an Einfluss, Flucht und Migration wird zunehmend kriminalisiert und humanitäres Engagement gerät unter Druck. In Interviews mit zivil engagierten Menschen, Forschenden und Politiker:innen hinterfragt „Kein Land für Niemand” gängige Erzählungen über Migration. In welchem Ausmaß lenken Angst und Populismus politische Entscheidungen?
Termine
Do. 18.9., Fr. 26.9., So. 28.9. + Di. 30.9. / 20:30
Fr. 19.9. + Di. 23.9. / 17:30
Sa. 20.9. / 20:00
Mo. 22.9. / 20:00 mit Sea Eye, Bremen und Regisseur (angefragt)
Mi. 24.9. / 17:30 mit Podiumsdiskussion in Kooperation mit B 90 / Die Grünen, Bremen
Do. 25.9., Sa. 27.9., Mo. 29.9. + Mi. 1.10. / 18:00
Mi. 1.10. / 15:00
https://www.city46.de/programm/september-2025/globales-handeln#c37153
Territorio Puloui Im Heiligen Land des Wassers
D/COL 2024, Buch, Produktion, Regie: Carmela Daza, Maik Gleitsmann-Frohriep, 82 Min., spanisch, wayunaiki, deutsch, englisch, französisch, italienisch OmU
Kolumbien gehört zu den wasserreichsten Ländern der Erde. Dennoch fehlt es 12 Millionen Kolumbianer an Zugang zu Trinkwasser und vier Millionen kämpfen um ihre Wasserversorgung.
Wasser ist die Grundlage allen Lebens auf der Erde. Wie überlebt man, wenn diese Grundlage nicht gesichert ist? Mit dieser Tatsache ist das indigene Volk der Wayuu in der Wüste auf der kolumbianischen Halbinsel La Guajira täglich konfrontiert. Der Zugang zu Wasser ist von Natur aus knapp und die mittlerweile unsichere Versorgung gefährdet ganze Dörfer. Denn nicht nur die natürlichen Begebenheiten, auch der Kohlebergbau und die Korruption der kolumbianischen Behörden stellen die Wüstenbewohner:innen vor wachsende Probleme.
„Territorio Puloui“ zeigt den Kampf der Wayuu-Frauen, die wichtigste Grundlage für sich und ihre Gemeinschaft zu sichern. Der Dokumentarfilm von Carmela Daza und Maik Gleitsmann-Frohriep erzählt vom Alltag und in traumartigen Animationen von den Legenden um den weiblichen Wassergeist Puloui. Der Einblick in die Mythologie der Wayuu und wird durch Bilder der eindrucksvollen Landschaft von der atlantischen Küste La Guajiras bis in die Wüste im Landesinneren ergänzt.
Filmabend zu den Wasserwochen und dem „Internationalen Tag der Flüsse“ in Kooperation mit dem „Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung“ https://www.bizme.de/
So. 28.9. / 18:00 * mit Regisseur Maik Gleitsmann-Frohriep mit Regisseur Maik Gleitsmann-Frohriep und Angelika Krenzer-Baß, 1. Vorsitzende des biz Bremen
Wasserwochen - Die nasse Vielfalt Bremens erleben!
Der Filmabend ist Teil des Angebots der Wasserwochen Bremen, die erstmals vom 22. August - 28. September 2025 stattfinden, organisiert von Wasserforum Bremen (BORDA, biz, Verein für Mangrovenschutz, BUND), dem Verein Altes Pumpwerk und der Professur für Siedlungswasserwirtschaft der Hochschule Bremen:
„Bremen und Bremerhaven sind Wasserstädte und in unserem Landesbecken tummeln sich zahlreiche Akteure, die zu und mit Wasser arbeiten. Vom 22. August bis zum 28. September betreten sie auf den Wasserwochen erstmals eine gemeinsame Bühne. Zusammen machen sie die Bedeutung von Wasser für Umwelt, Gesellschaft und globale Gerechtigkeit in unserem wasserverbundenen Bundesland sichtbar.“
Blauer Himmel Weisse Wolken mit Filmbüro-Mitglied Astrid Menzel am Mi 15.10.2025 um 18h
„Kümmer‘ dich um Oma, wenn ich nicht mehr da bin“, sagt der Großvater zu seiner 30-jährigen Enkelin Astrid. Sie nickt. Da ist das hauseigene Schwimmbad schon lange leer und die ersten Kacheln abgeplatzt. Der Großvater ist immer häufiger im Krankenhaus. Erste Erinnerungslücken machen sich bei Oma Carmen bemerkbar. Die Familie ist weit verstreut. Als der Opa verstirbt, kommt Carmen in ein Seniorenheim. Ohne Partner an ihrer Seite verschlechtert sich ihre Demenzerkrankung zusehends. Dass ihr geliebter Ehemann nicht mehr lebt, kann sie sich genauso wenig merken, wie die Tatsache, dass die Seniorenresidenz nun ihr zu Hause ist. Sie fühlt sich, trotz Besuchen, von der Familie im Stich gelassen. Astrid wird klar, dass sie ihr Versprechen an den Opa nicht erfüllt hat.
**Mi 15.10.2025 um 18h
Film und Gespräch mit der Filmemacherin Astrid Menzel
Das deutsche Volk
D 2025, Regie: Marcin Wierzchowski, 132 Min.
Hanau: Am 19. Februar 2020 erschießt ein rechtsextremer Täter neun junge Menschen aus migrantischen Familien. Die Opfer: Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin. Der Täter tötet sich selbst. In den Tagen danach geraten Polizei und Behörden wegen zahlreicher Versäumnisse in die Kritik: Notrufe wurden nicht weitergeleitet, Angehörige erfuhren erst spät vom Tod ihrer Kinder, Leichname wurden wochenlang zurückgehalten. Eine unabhängige strafrechtliche Aufarbeitung fand nicht statt, da der Täter tot war. Viele Fragen blieben unbeantwortet, die Verantwortung wurde zwischen Instanzen hin- und hergeschoben.
Termine:
Do. 4.9., Sa. 6.9., Mo. 8.9. + Mi. 10.9. / 17:30
Fr. 5.9., So. 7.9. + Di. 9.9. / 20:00
Fr. 12.9., So. 14.9. + Di. 16.9. / 18:00
Sa. 13.9., Mo. 15.9. + Mi. 17.9. / 20:30
Mi. 17.9. / 15:30
Die Möllner Briefe
D 2025, Regie: Martina Priessner, 96 Min.
Im November 1992 zerstörte ein rassistischer Brandanschlag zwei Wohnhäuser in der Kleinstadt Mölln und das Leben von İbrahim Arslan und seiner Familie. Der siebenjährige İbrahim und weitere, zum Teil schwer verletzte Familienangehörige überlebten. Doch seine Schwester, seine Cousine und seine Großmutter starben.
Die Morde von Mölln fanden während einer Welle rassistischer Anschläge statt, begleitet von breit getragener, gesellschaftlicher Hetze gegen Geflüchtete. Doch ebenso gab es Tausende Menschen, die ihre Solidarität und Empathie ausdrückten, ihre Scham und ihre Erschütterung, und die den vom Anschlag Betroffenen Briefe schrieben. Diese kamen aber nie bei den Familien an. Erst 2019, 27 Jahre nach den Anschlägen, wurde durch puren Zufall bekannt, dass im Möllner Stadtarchiv tausend Briefe lagerten, die ihre Wut auf die Rechtsradikalen ausdrückten und den betroffenen Familien Trost und Mut zusprachen. Dieses Verheimlichen passt zur Ignoranz, die die Opfer des Anschlags in Mölln von Beginn an erlebten. Was, wenn das Ganze nur Teil türkisch-interner Kriminalität war, wie Medien und Polizei suggerierten?
Termine
Do. 25.9., Sa. 27.9., Mo. 29.9. + Mi. 1.10. / 20:00
Fr. 26.9., So. 28.9. + Di. 30.9. / 17:30
Do. 2.10., Mo. 6.10. + Mi. 8.10. / 18:00
Fr. 3.10., So. 5.10. + Di. 7.10. / 20:30
Mi. 8.10. / 15:00
Nam June Paik: Moon is the Oldest TV
USA 2023, Regie: Amanda Kim, 109 Min., Englisch, Koreanisch OmU
Er ist wohl der bekannteste koreanische Künstler der Moderne und einer der wichtigsten Vertreter der Kunstavantgarde des 20. Jahrhunderts. Mit seinen bahnbrechenden Arbeiten etablierte Nam June Paik in den 1960er- und 70er Jahren die sogenannte „Medienkunst” als eigenständige Kunstform. Seine Vision von einer Zukunft, in der jeder Mensch seinen eigenen Fernsehkanal haben würde, nahm buchstäblich die heutige Realität der Sozialen Medien vorweg. Ein Zitat Paiks von damals wirkt aus heutiger Sicht wie eine Prophezeiung: „Technology is the body’s new membrane of existence.“ Regisseurin und Produzentin Amanda Kim bringt anhand seltener Archivaufnahmen und Paiks eigenen Texten die Geschichte des Künstlers erstmals auf die große Leinwand. Vom Studium in München und den experimentellen Anfängen im Fluxus bis zur Ankunft in New York, wo er sich als Vorreiter der Videokunst einen Namen machte. Mit dabei sind prominente Wegbegleiter:innen wie John Cage, Marina Abramović, Joseph Beuys, Charlotte Moorman oder Peter Brötzmann.
Termine
Do. 11.9., Sa. 13.9., Mo. 15.9. + Mi. 17.9. / 17:30
So. 14.9. + Di. 16.9. / 20:00
Fr. 19.9. + So. 21.9. / 18:00
Sa. 20.9. + Mo. 22.9. / 20:30
Mi. 24.9. / 15:30
Hollywoodgate Ein Jahr unter den Taliban
USA/D 2023, Regie, Kamera: Ibrahim Nash’at, 93 Min., englisch, Paschtu, arabisch OmU
Als sich die USA und die NATO in 2021 aus Afghanistan zurückziehen, fällt eine ehemalige CIA-Basis in die Hände der Taliban. Die Anlage bei Kabul, bekannt unter dem Namen Hollywood Gate, beinhaltet viele Container mit einem großen Arsenal an Waffen sowie Flugzeugen, Fahrzeugen und anderem Kriegsgerät. Insgesamt ließen die USA Militärausrüstung im Wert von 7 Milliarden Dollar zurück. Für die Taliban die perfekte Ausstattung für eine neue Spezialeinheit. Ein Jahr lang und unmittelbar nach der Machtübernahme begleitete der in Berlin lebende ägyptische Filmemacher und Journalist Ibrahim Nash’at die Geschehnisse rund um Hollywood Gate mit seiner Kamera. Als Journalist gelingt Nash’at die Einreise und die Kontaktaufnahme zu den Taliban – doch muss er sich beim Filmen strikt an die Regeln der Taliban halten. So dokumentiert er das Innenleben ihrer Kommandozentrale und wie sich die Gruppe von einer radikalen Miliz in ein schlagkräftiges Militärregime verwandelt – mit den Waffen der westlichen Feinde.
Ibrahim Nash’ats Langfilmdebüt, dass er allein und unter ständiger Lebensgefahr realisierte, gewährt einen einzigartigen Einblick in den schnellen Aufstieg der Taliban zur Macht. Auf über 100 internationalen Filmfestivals gezeigt und mit insgesamt 18 Auszeichnungen gehört „Hollywoodgate” zu den erfolgreichsten deutschen Produktionen der letzten Jahre.
Termine
Do. 18.9., Sa. 20.9., Mo. 22.9. + Mi. 24.9. / 17:30
So. 21.9. + Di. 23.9. / 20:00
Do. 25.9., Sa. 27.9., Mo. 29.9. + Mi. 1.10. / 20:30
Fr. 26.9. + Di. 30.9. / 18:00
Mi. 1.10. / 15:30
Ausschreibung Dokumentarfilm Förderpreis bis 19.09.2025
Das Filmbüro Bremen hat seit Gründung 1988 einen Fokus auf den Dokumentarfilm. Seit 1991 vergibt es den Bremer Dokumentarfilm Förderpreis für die Recherche einer Dokumentarfilm-Idee.
















