Ausstellung vom 14.08. - 19.09.2026 in der Galerie Mitte

Quartz (AT) installative Videoarbeit von Patrick Peljhan (in Produktion)

QUARTZ von Patrick Peljhan ist ein Kurzfilm aus dem Jahr 2026, der sich zwischen dokumentarischer Erzählung und persönlicher Spurensuche bewegt. Ausgangspunkt ist die Uhrensammlung der Großmutter des Künstlers, die in den 1970er-Jahren als jugoslawische Gastarbeiterin in der deutschen Uhrenindustrie in Pforzheim arbeitete.
Der Film und die begleitende Installation verbinden persönliche Geschichte mit einem Stück deutscher Industrie- und Migrationsgeschichte. Eingebettet ist die Erzählung in den Wandel der Zeitmessung – von mechanischen Uhren hin zur Quarztechnologie – und dessen soziale wie wirtschaftliche Folgen. Die Uhr erscheint dabei als Messinstrument, als Arbeitskraft und als Ressource. Neben dem Kurzfilm werden originale Objekte wie Uhren, Fotografien und Werkzeuge gezeigt – stille Zeugnisse eines globalen Umbruchs. Eine intime, visuelle Recherche über Erinnerung, Arbeit und den Wert der Zeit.

Jurybegründung des 29. Videokunst Förderpreises Bremen

Mit QUARTZ entwickelt Patrick Peljhan ein persönliches, sensibles und zugleich gesellschaftlich relevantes Projekt, das die Geschichte seiner Großmutter als jugoslawische Gastarbeiterin in der deutschen Uhrenindustrie mit den globalen ökonomischen Umbrüchen der 70er / 80er-Jahre verknüpft. Der geplante Kurzfilm sowie die begleitende Installation schlagen eine Brücke zwischen individueller Erinnerung, materiellen Zeugnissen – in Form einer Uhrensammlung – und den Strukturen von Migration und Globalisierung. Die Uhr wird zum Symbol für Zeit im doppelten Sinn: als Maßstab industrieller Produktion und als Metapher für gelebte Biografie. Peljhan verbindet dokumentarische Recherche, persönliche Erzählung, Voice-over und filmisches Tagebuch zu einer offenen, assoziativen Form, die sich am Werk von Chris Marker oder Jonas Mekas orientiert. Dadurch entsteht ein vielschichtiger Blick auf ein Stück deutscher Zeitgeschichte, das aus migrantischer Perspektive erzählt wird und zugleich Fragen nach Erinnerung, Vergänglichkeit und Wert neu stellt. Die Jury würdigt die poetische Verdichtung historischer Prozesse in einer persönlichen Familiengeschichte. QUARTZ ist ein künstlerisch wie inhaltlich starkes Projekt, das den Blick für die Komplexität von Migration, Arbeit und Erinnerung in eindringlicher Weise öffnet.

Patrick Peljhan

patrick peljhan
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Patrick Peljhan (geb. 1991 in Pforzheim) ist ein in Bremen lebender Künstler und Filmemacher. In seiner künstlerischen Arbeit erzählt er Geschichten über Familie, Migration und Arbeit. Dabei erforscht er hinter der Kamera und an Hand von Archiv- und Amateuraufnahmen wie das Medium Video Zeit erfahrbar macht.
Er hat einen Abschluss in Freier Kunst und absolvierte 2021 sein Meisterschülerjahr bei Professorin Natascha Sadr Haghighian an der Hochschule für Künste Bremen.
2023 erhielt er den 46. Bremer Förderpreis Bildende Künste. 2024 war er Stipendiat der Kunststiftung Baden-Württemberg. Seit Dezember 2025 ist er Stipendiat der Künstlerstätte Stuhr-Heiligenrode und wurde für den 29. Videokunst Förderpreis Bremen ausgewählt.

Der VKP ist ein Preis des Filmbüro Bremen e.V. Mit Unterstützung vom Senator für Kultur. In Kooperation mit dem Künstlerinnenverband Bremen, GEDOK

The VKP is an award by the Filmbüro Bremen. Supported by: Senator für Kultur Bremen. In cooperation with: Künstlerinnenverband Bremen, GEDOK

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