GIRSU - My Sumerian Ancestors Dokumentarfilm von Murad Atshan, Karlsruhe
Eine Reise in die Tiefen des südlichen Irak, zwischen Euphrat und Tigris, die die verborgenen Chroniken des ewigen Mesopotamiens offenbart. Ein deutsch-irakischer Filmemacher kehrt in sein angestammtes Dorf in der antiken Stadt Girsu zurück, wo sich Identitätssuche und der Kampf gegen den Klimawandel verflechten. Kann die jahrtausendealte Weisheit Sumers den Weg in eine ungewisse Zukunft weisen?"
Synopsis 01.2026
Vom Rand des Schwarzwalds bis in die südlichen Ebenen des Irak, ins Herz des alten Mesopotamiens: Ein deutsch-irakischer Filmemacher kehrt in das Dorf seiner Vorfahren nahe der antiken Stadt Girsu zurück. Inmitten dieser historischen Wiege, wo eine internationale Archäologendelegation verborgene Geheimnisse ans Licht bringt, steht die Region vor existenziellen ökologischen Bedrohungen.
Das verlassene, doch beständige Lehmhaus der Großmutter steht hier als stiller Zeuge der Zeit. Es bildet den Ausgangspunkt einer Reise, auf der die fragmentierten Erzählungen der Familie – unterbrochen durch Krieg und Flucht – zum emotionalen Kompass werden. Der Film dokumentiert das Ringen der Dorfgemeinschaft gegen Dürre und Versalzung und verwebt diese ökologische Realität mit der persönlichen Spurensuche. Wir begleiten das Ausgrabungsteam bei der Freilegung sumerischer Inschriften, bevor die Reise in den Louvre führt. Dort, wo die Artefakte fernab ihrer Heimat ruhen, wirft der Film essenzielle moralische Fragen über das Schicksal dieses Welterbes auf.
Im Dorf verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart, nicht nur in den Erinnerungen, sondern auch in einem Filmworkshop, der die Kinder vor Ort ermächtigt, ihre eigenen Geschichten zu erzählen. Der Film fängt die Symbiose zwischen Stamm und Erde ein und dokumentiert traditionelles Handwerk: vom Bau der Lehmhäuser bis zu den handgewebten Teppichen der Großmutter, in denen sie arabische Symbole kunstvoll mit dem sumerischen Erbe verwob.
Die Rückkehr des Filmemachers ist der Versuch, unvollendete Geschichten weiterzuführen, auf der Suche nach einem verspäteten Abschied und einem erneuerten Verständnis von Identität. Dieser Dokumentarfilm ist eine visuelle Meditation über Heimat, Verlust und Widerstandskraft. Er ist ein Plädoyer für den Schutz eines reichen Erbes und eine Einladung zu erkunden, wie die Weisheit des alten Sumer heutige Herausforderungen erhellen kann.
Kann die jahrtausendealte Weisheit einer Gemeinschaft den Weg durch die Ungewissheit der Moderne weisen?
23. Bremer Dokumentarfilm Förderpreis
Jurybegründung: Mesopotamien, eine der ersten Gegenden, in denen Menschen seßhaft geworden sind. Der Film nimmt uns mit in den heute dünnbesiedelten Südirak. Der Regisseur dokumentiert kollektive und persönliche Erinnerungen der Heimat seiner Familie an einem Ort, der durch Kriege und Klimawandel vielleicht bald unbewohnbar sein wird.
Murad Atshan, geboren im Irak, studierte Psychologie an der Universität Bagdad, College of Arts. Seit 2006 lebt er in Deutschland und arbeitet als freiberuflicher Filmemacher und Medienpädagoge. Unter seiner Leitung entstanden zahlreiche film- und medienpädagogische Projekte. Aktuell leitet er Filmakan, einen Bildungs- und Begegnungsort für junge Filmschaffende und Filminteressierte. Durch diese Initiative fördert er die Filmkultur und die Medienkompetenz junger Menschen.
Der Bremer Dokumentarfilm Förderpreis wird ermöglicht durch Projektmittel des Senators für Kultur und durch Spendengelder.






