Das Service Dokumentarfilm von Alex Bartsch

Sommer 1934 in Bremen. Die Nationalsozialisten veranstalten die „Braune Hansa Messe“, auf der sich die Bremer Industrie und der Einzelhandel präsentieren. In Halle 8 kommt es zu einem Tumult.

Experimenteller Dokumentarfilm
D 2026, 33 Min

Buch / Regie / Schnitt: Alex Bartsch
Kamera: Khaled Abdulwahed, Katja Rivas Pinzon, Thomas Lippick
Sounddesign / Mischung: Anders Wasserfall
Colorgrading: Katja Rivas Pinzon
Grafik: Andres Rivas Pinzon
Dramaturgische Beratung: Beatrix Schwehm
Juristische Beratung: Jule Körperich
Musik: Dave King & Johnny Richards, „The New Awkward“, 2025
Produktion: Beatrix-Schwehm-Film

Gefördert und unterstützt vom Filmbüro Bremen aus Mitteln der nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH, der Karin und Uwe Hollweg Stiftung und der Waldemar-Koch-Stiftung.

Sommer 1934 in Bremen. Die Nationalsozialisten veranstalten die „Braune Hansa Messe“, auf der sich die Bremer Industrie und der Einzelhandel präsentieren. In Halle 8 kommt es zu einem Tumult.

Ferdinand Sckopp, Professor für Innenarchitektur an der neu gegründeten Nordischen Kunsthochschule (NKH), hat ein Porzellanservice öffentlich diffamiert. Die darauf abgebildeten Bauernblumen seien verkitscht und nachgeahmt und von Juden zu Geld gemacht, um den Städter auszunutzen.An einem anderen Stand bezeichnet er Möbelstücke als „kitschig“, „wie ausgestopfte Leichen“ und ihre Form als „von jüdischer Herkunft“. Schließlich gerät auch ein Kunsthändler ins Visier, der es gewagt hat, seine Bilder neben Darstellungen von Hitler und Hindenburg zu präsentieren.

Die betroffenen Einzelhändler, darunter ein SS-Mann, sind außer sich. Sckopp entgeht nur knapp einer körperlichen Auseinandersetzung. Noch am selben Tag gehen Beschwerden bei der Messeleitung ein. Der Professor müsse sich entschuldigen; ihm sei offenbar noch nicht klar, wie man sich im „Neuen Deutschland“ zu benehmen habe. Die Messeleitung schaltet die Kleinhandelskammer ein. Unterstützung erhält Sckopp von seinem Kollegen an der NKH, Professor Fritz Mackensen.

Der Skandal zieht weitere Kreise. Die beteiligten Personen und Institutionen entwickeln unterschiedliche Versionen des Geschehens und berufen sich jeweils auf ihre eigene Vorstellung davon, was im nationalsozialistischen Deutschland gelten soll. Schließlich muss auch Bildungssenator von Hof reagieren.

DAS SERVICE ist ein experimenteller Dokumentarfilm, der auf einem Konvolut von elf Briefen aus dem Bremer Staatsarchiv basiert. Die Briefe dokumentieren den Vorfall und den sich daran anschließenden, über einen Monat andauernden Skandal aus acht unterschiedlichen Perspektiven. Aus diesem historischen Material entwickelt der Film eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Sprache, Macht und den Mechanismen gesellschaftlicher Anpassung im Nationalsozialismus.

Bartsch Alex IMG 7517
Bartsch Alex IMG 7517

Alex Bartsch, Filmemacher in Leipzig. Studium  der Medienkunst bei Clemens von Wedemeyer. Sein aktueller Kurzfilm Imitation Machines (Produktion Constanze Wolpers & Jonas Eisenschmidt) beschäftigt sich mit der Anwendung künstlicher Intelligenz zur Suizidprävention in Gefängnissen. Derzeit arbeitet Alex an seinem ersten Langfilmprojekt Hidden Atlantic über  koloniale Verstrickung und Kunst im Bremer öffentlichen Raum, für das er den Bremer Dokumentarfilm-Förderpreis 2023 erhielt.

Schwehm Beatrix PHOTO 2024 01 11 22 30 00
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Beatrix Schwehm arbeitet seit vielen Jahren als Dokumentarfilmerin und Produzentin in Bremen. Ihre Filme wurden mehrfach ausgezeichnet sowie auf nationalen wie internationalen Filmfestivals präsentiert, u.a. erhielt sie den Grimme-Preis, den Hauptpreis des Internationalen Dokumentarfilmfestivals in Palermo und als Produzentin die ARD-Programmprämie. Als Dozentin lehrt/e sie an diversen Hochschulen, u.a. an der Hfbk und der HCU in Hamburg, der HFF München, sowie an den Universitäten Göttingen, Münster und Maastricht. Seit einigen Jahren begleitet sie FilmschaIende und Studierende im Bereich Dramaturgie, Regie und Produktion.

Förderungen durch das Filmbüro Bremen e.V.

Jurybegründung: Die Filmidee zeugt von einem Feingefühl im Umgang mit einem zunächst unscheinbaren Archivfund, dessen Brisanz sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Durch eine klare ästhetische Herangehensweise führt das Projekt eine vielstimmige historische Reflexion über Zeugenschaft und lässt so ein Stück Geschichte filmisch lebendig werden.

Filmstart11 aus Mitteln der nordmedia

Filmstart11 flyer a
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logos filmstart
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Filmstart ist ein gemeinsames Förderinstrument von nordmedia und Filmbüro Bremen.

Kulturelle Filmförderung aus Spendenmitteln

Hollweg Stiftung Logo CMYK jpg
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Die Karin und Uwe Hollweg Stiftung stellte dem Filmbüro Bremen e.V. für das Projekt DAS SERVICE weitere Mittel zur Verfügung. So konnte die Produktion auch durch eine Kulturelle Filmförderung unterstützt werden.

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