Do, 07.03.2019 um 19 Uhr in der Großen Galerie der HfK Dechanatstrasse

MACHT GESCHENKE: THE MAKING OF CAPITAL Lecture Performance von Christin Lahr

Über die Ökonomie des Schenkens oder die Kunst, ein Nilpferd mit der Goldwaage zu wiegen.

01 2017 03 12 MG Installation Kunsthalle Tuebingen 548 web
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Im Zentrum der Lecture stehen zwei besondere Objekte, anhand derer sie sich mit dem Wesen von Demokratie, Bürokratie, Kapital und Macht auseinandersetzt. Zum einen der Stuhl des Bremer Bürgermeisters und Präsidenten des Senats Dr. Carsten Sieling, zum anderen ein Stapel Überweisungen.

02 UEBERWEISUNG
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Denn seit 2009 (geplant bis 2052) überweist Christin Lahr täglich 1 Cent und 108 Schriftzeichen aus dem Hauptwerk von Karl Marx („Das Kapital“) an den Bundesminister für Finanzen. Ihr Ziel: Dem wachsenden Schuldenberg der Bundesrepublik in homöopathischen Dosen entgegenzuwirken.

Seit 2010 übernimmt die Künstlerin im Rahmen ihrer Lecture Performance Stühle von Bürgermeister*innen und richtet an einem Tisch inmitten des jeweiligen Veranstaltungsortes ihren Arbeitsplatz ein. Durch die kurzzeitige Ausleihe und künstlerische Nutzung des Stuhles erfährt er eine Aufwertung und erhält eine neue symbolische Bedeutungsebene. Im Anschluss kehrt der Stuhl unversehrt, aber dennoch „verändert“ an seinen angestammten Platz zurück.

Der gesamte Prozess wird fotografisch dokumentiert. Bürgermeister Carsten Sielings Stuhl ist bereits „CHAIR #19“. Vor ihm waren u.a. die Stühle von Olaf Scholz, früherer Bürgermeister von Hamburg (CHAIR #16, 2017) oder von Zoran Jankovic, Bürgermeister von Ljubljana (CHAIR #08, 2012) Teil von Christin Lahrs Kunstaktion, um nur zwei prominente Beispiele zu nennen.

Direkt im Anschluss an die Lecture Performance findet die Preisverleihung des 26. Videokunst Förderpreis Bremen statt. Es werden sich an diesem Abend also zwei Generationen von Preisträger*innen des bundesweit renommierten Preises für Videokunst in Bremen begegnen.

Christin Lahr, 1965 geboren in München, lebt und arbeitet als Künstlerin, Kuratorin und Professorin für Medienkunst in Berlin und Leipzig. Sie war Preisträgerin des 8. Videokunst Förderpreises 1999 und hatte im Jahr darauf eine große Ausstellung in der Kunsthalle Bremen.

Der bundesweit einmalige Videokunst Förderpreis Bremen, bei dem keine fertigen Arbeiten, sondern Konzeptideen prämiert und zur Realisierung ausgewählt werden, wird seit 1992 vergeben. Seither dient er als wichtiges Sprungbrett für später oft auch international renommierte Künstler*innen wie Bjørn Melhus, Marikke Heinz-Hoek, Susann Maria Hempel oder eben Christin Lahr.

Der VKP ist ein Preis des Filmbüro Bremen e.V. Mit Unterstützung vom Senator für Kultur. In Kooperation mit dem Künstlerinnenverband Bremen, GEDOK

The VKP is an award by the Filmbüro Bremen. Supported by: Senator für Kultur Bremen. In cooperation with: Künstlerinnenverband Bremen, GEDOK

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