Filmpolitik das Filmbüro als Interessenvertretung und Berufsverband

Das Bremer Büro ist als einziges Filmbüro weiterhin Filmverband und Filmförderung unter einem Dach. Traditionell sind die Filmbüros auch filmpolitisch aktiv, wir auch.

Das Filmbüro vereint in seinen Reihen Personen von hinter der Kamera und vor der Leinwand. Der Schwerpunkt liegt aber auf den Filmschaffenden. Neben der Förderung von Projekten ist die Netzwerkarbeit und Fortbildung ein wichtiger Teil unserer Arbeit. In Coronazeiten wurde die finanzielle Situation der Filmschaffenden noch einmal stärker in den Fokus gestellt.

Bund der Filmbüros 2022

Mai 2022. Beim Lichter Filmfest Frankfurt trafen sich die deutschen Filmbüros, um die gemeinsame filmpolitische Arbeit zu konkretisieren. Mit dabei: Film und Medienbüro Niedersachsen, Filmbüro NW, Filmbüro Bremen und Film- und Kinobüro Hessen. Außerdem waren in Gedanken dabei: Saarländisches Filmbüro, Filmkultur Schleswig-Holstein und Filmverband Sachsen.

B.Wolter/nds, S.Hofmann/nw, S.Wegelein/hb, D.Fend/h, NN/h, E.Heberling/h am 13.05.22
B.Wolter/nds, S.Hofmann/nw, S.Wegelein/hb, D.Fend/h, NN/h, E.Heberling/h am 13.05.22

Als loser Zusammenschluss wird der Bund der Filmbüros seine gesammelten Erfahrung aus mehr als 30 Jahren Filmförderung und regionaler Filmarbeit einbringen. Mit seinen rund 1.000 Mitgliedern aller Gewerke auf regionaler Ebene können wir wichtige Querschnittsthemen in die Diskussion einbringen.

Ansprechpartnerin ist derzeit Saskia Wegelein vom Filmbüro Bremen e.V. (Email-Adresse)

Kongress Zukunft deutscher Film 2022

Mai 2022. Für das Filmfördergesetz FFG steht eine Novellierung an, da wollen wir unsere Erfahrung aus der Kulturellen Filmförderung und - gewerkeübergreifend - aus den Regionen einbringen. Das Filmbüro Bremen ist mit Saskia Wegelein dort vertreten.
Beim Lichter Filmfest nahm die filmpolitische Diskussion 2019 wieder Fahrt auf. Es entstand z.B. der Hauptverband Cinephilie, die Initiative Zukunft Kino + Film.
Dieses Jahr gibt es nun schon den 2. Konkress zur Zukunft des Deutschen Films.

Novellierung FFG

März 2022. Die Initiative Zukunft Kino + Film hat eine erste Stellungnahme veröffentlicht. Im Sommer wir der Referentenentwurf der BKM erwartet, dann wird es um die Konkretisierung der Forderung zur Stärkung des Kulturellen Films gehen.
www.initiative-zukunft-kino-und-film.de/2022-03-31_Stellungnahme_FFG_IZKF.pdf

ICFR
ICFR

International Coalition for Filmakers at Risk
Februar 2022. Die ICFR setzt sich für verfolgte und gefährdete FilmemacherInnen auf der ganzen Welt ein und kämpft dafür, dass diese ihre Arbeit auch unter widrigen Bedingungen fortsetzen können. Mehr Infos zum Emergency Fund der ICFR unter: www.icfr.international

2022: Angesichts der humanitären Notlage und des Krieges in der Ukraine ist Zusammenhalt wichtiger denn je: Die deutschen Filmförderungen verurteilen den Einmarsch Putins aufs Schärfste und senden mit ihrem gemeinsamen Vorgehen ein Zeichen der Solidarität an die ukrainischen Filmschaffenden und ihre Familien.
Insgesamt 100.000 Euro geben die deutschen Filmförderungen in den Notfallfonds „Emergency Fund for Filmmakers from Ukraine“, den die weltweite Initiative „International Coalition for Filmmakers at Risk“ (ICFR) kurzfristig eingerichtet hat. Gleichzeitig drücken die deutschen Filmförderungen ihren großen Respekt gegenüber allen russischen Filmschaffenden aus, die dem Krieg öffentlich und sichtbar widersprechen.
Filmförderungsanstalt FFA, FilmFernsehFonds Bayern, Film- und Medienstiftung NRW, HessenFilm und Medien, Medienboard Berlin-Brandenburg, MFG - Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg, Mitteldeutsche Medienförderung, MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, MV Filmförderung, nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen.

Green Shooting

changemakers film
changemakers film
  1. Der Arbeitskreis Green Shooting hat Schritte zu einheitlichen Standards für ökologisch nachhaltige Film- und Fernsehproduktionen entwickelt.
    https://www.oekologische-mindeststandards-greenmotion.de/

Mit dabei war die Filmschaffenden-Initiative CHANGEMAKERS.film, die z.B. eine Selbstverpflichtung entwickelt haben: "Wir haben uns gefragt, welchen Beitrag wir leisten können, um die Filmbranche umweltfreundlicher zu machen. Dazu haben wir mit Vertreter*innen der unterschiedlichen Gewerke Gespräche zum Thema „Grünes Drehen“ geführt.

Es hat sich herausgestellt, dass bis jetzt eine klare Positionierung von Seiten der Filmschaffenden fehlt. Die aber ist nötig, um das „Grüne Drehen“ wirklich voranzubringen. Deswegen haben wir eine Freiwillige Selbstverpflichtung und Erklärung von Filmschaffenden zum „Grünen Drehen“ erarbeitet, mittels derer wir unsere Position und mediale Präsenz nutzen wollen, um gemeinsam mit allen Gewerken, Veränderung herbeizuführen."

https://changemakers.film

Rückblick

Filmbüro auf dem Podium des Festival of Animation Berlin

Oktober 2021. Das Filmbüro Bremen war eingeladen, auf dem Festival of Animation - Berlin (1.- 3.10.2021) über die Fördersituation für Kurzfilme zu sprechen. Lieber der Spatz in der Hand oder die Taube auf dem Dach?
Auf Einladung der AG Animationsfilm vertrat Saskia Wegelein die Seite der Filmförderung und stellte das breite Programm des Filmbüros vor.

Erst mal zum Geld. Dass der deutsche Kurzfilm zwar weltweit prämiert wird, in der Finanzierung aber am unteren Ende und meist in der Selbstausbeutung der Filmschaffenden verhangen ist - das wissen wir alle. Dieses Unverhältnis zwischen künstlerischem Erfolg und finanzieller Ausstattung ist eines der großen Themen, die bei der anstehenden Änderung des Filmförderungsgesetzes FFG von den diversen Filmverbänden eingebracht werden und wo die wirtschaflichen Länderförderungen in ihren Bereichen aufgefordert sind.

Das Podium, bestehend aus dem Filmemacher Stefan Vogt (mit GOTT KOMMT war er 2018 auf der Bremer Short Film Collection), dem Produzenten Karsten Matern (u.a. HAVE A NICE DOG), Jutta Wille (AG Kurzfilm) und Saskia Wegelein (Filmbüro Bremen) wandte sich schnell weiteren Aspekten der Förderung zu.
Zum Beispiel der Vereinfachung der Zugänge zu Förderungen. Die Spontaneität der künstlerischen Tätigkeit sollte nicht in bürokratischen Netzen verdursten. Die Microförderung des Filmbüros Bremen ist so ein Beispiel: kleine Gelder, aber dafür unkompliziert und schnell zu bekommen. Eine Vereinfachund der Abrechnung würde Filmkünstler:innen viel Arbeit ersparen.
Über konrete Projektberatung der Filmschaffenden vor Ort können weitere Fördertöpfe gefunden und zugänglich werden. Nicht zuletzt hilft die Vernetzung innerhalb der Branche bei der Realisierung von Projekten.

Vieles davon funktioniert in Bremen schon recht gut (Anregungen sind immer willkommen). Bei der Neugestaltung des FFG 2022 wird sich das Filmbüro wieder mit den Kolleg:innen bundesweit für Verbesserungen einsetzen und durch die gerade veröffentlichten Honorarempfehlungen für Bremen sind wir auf dem Weg zu realistischen Kalkulationen. Es ist einiges in Bewegung.

Wahlprüfsteine 2021 von der Initiative Zukunft Kino + Film

September 2021. Die Initiative hat sieben Parteien acht Fragen zu ihren Visionen von der Zukunft des Kinos und der Filmkultur gestellt, sogenannte Wahlprüfsteine. Die Fragen sind kritisch, denn sie schauen kritisch auf den Zustand des deutschen Kinos. Sie wünschen sich mehr künstlerische Vielfalt im deutschen Film und halten einen Paradigmenwechsel in unserer Filmkultur für dringend nötig.
Die Anworten tabellarisch: IZKF Wahlpruefsteine 2021 Tabelle
Die Antworten im Wortlaut: IZKF Wahlpruefsteine 2021 komplett

Honorarempfehlungen Filmkunst

August 2021. In Absprache mit den Verbänden der freien Künste in Bremen und der Kulturbehörde wurden 2021 Honorarempfehlungen für die Bremer Projektmittel Kultur formuliert. Das Filmbüro Bremen hat seine Empfehlungen zwischen Mindestlohn und Tarifgagen abgewogen und Empfehlungen ausgesprochen, die den Weg zu fairer Bezahlung weisen, gleichzeitig aber kleine Projekte nicht verunmöglichen sollen.
"Die Honorarempfehlungen sollen dazu beitragen, die mittlerweile Standard gewordene Selbstausbeutung bei kulturellen Filmprojekten
zu mindern. Film ist nach wie vor eine sehr kostenintensive Kunstform. Auch wenn die Technik günstiger geworden ist, braucht es doch für
deren angemessene Handhabe professionelle Akteur:innen. Die beteiligten Gewerke sind meist durch verschiedene Personen zu besetzen. So liegen die
Honorare bei Filmprojekten regelmäßig weit über den Sachkosten.
So wichtig Honoraruntergrenzen aus sozialer Verantwortung sind, gibt es auch Sorge, dass Projekte wegen zu hohen Personalaufwandes nicht mehr realisiert werden. Bei den Empfehlungen wurde abgewogen zwischen der Ermöglichung von Filmen aus dem Bremer Projektmitteltopf und der Annäherung an faire Honorare bei diesen Projekten."

Honorarempfehlungen Filmbuero 2021 als PDF

Kino allein zu Hause ZETT Magazin mit Schwerpunkt Film

ZETT MAG 5 6 21
ZETT MAG 5 6 21

Z MAG 5/6 2021 als PDF

Das Kino nach dem Ende des Kinos

Interview mit Lars Hendrik Gass / Benjamin Moldenhauer

Die Demokratisierung des Films

Ilona Rieke und Saskia Wegelein

Filmschätze aus dem Netz gefischt

Das Lagerfeuer im Fernsehen

Interview mit Burchard Röwer / Gudrun Goldmann

Landesmediengesetz

2017/2018. Im Interesse und als Vertreter der freien Filmszene des Landes Bremen sind wir für die Politik Ansprechpartner zum Thema Film und Medien.
Die Bremer Bürgerschaft hat am 25.01.2018 über die Kulturelle Filmförderung in Bremen debattiert, ausgelöst durch die Große Anfrage der CDU vom Sommer 2017 und der Antwort des Senats (2017.09.27 Drs-19-1252) vom September 2017. Auf Vimeo ist die Aufzeichnung zu sehen (ab Minute 1:39).
Es bestand Einigkeit darüber, dass die Filmkunst in Bremen einer gesonderten Förderung bedarf - wir sind gespannt, was sich daraus noch entwickeln lässt.

2018 wurde in das neue Bremische Landesmediengesetz von allen politischen Parteien die Förderung der innovativen und unabhängigen Filmschaffenden als eine Aufgabe von Radio Bremen formuliert.

Strukturen

Verbände der Freien Künste

Das Filmbüro steht im Austausch mit den anderen Verbänden der freien Künste Bremen. Das sind in der alltäglichen Arbeit bisher vor allem der BBK Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Bremen e.V., der Künstlerinnenverband GEDOK und das Literaturkontor.
Über die von der Kulturbehörde 2017 initiierten "Denkzellen" sind wir in die Dikussionsprozesse der Stadt eingebunden und engagieren uns in einzelnen Arbeitsgruppen.
Die Denkzellen waren eine wichtige Grundlage für die Absicherung der freien Künstler:innen während der Corona-Pandemie. Die Kommunikationsstruktur half der Kulturbehörde, in 2020 sehr gezielte Hilfsmaßnahmen zu entwickeln.

Bund der Filmbüros

Die Filmbüros und Filmverbände aus den einzelnen Bundesländern oder Regionen treffen sich regelmäßig zum Austausch. Als Filmbüros blicken wir auf 30 Jahre Kulturelle Filmförderung zurück. Diese wertvolle Erfahrung bringen wir in die filmpolitische Diskussion ein.

2020 Filmbürotreffen Berlinale. Foto: Kerstin Hehmann
2020 Filmbürotreffen Berlinale. Foto: Kerstin Hehmann

Die anderen Filmbüros

Rückblick

Anonymisiertes Antragsverfahren erstmals 2020

2020. Bremen macht sich auf, eine Forderung aus der künstlerischen Filmbranche umzusetzen:
"Wir sind überzeugt, dass das Publikum ungewöhnliche und randständige Filme sehen möchte. Um die zu bekommen, müssen wir ebensolche Stoffe suchen und wir müssen QuereinsteigerInnen und QuerdenkerInnen die Türen öffnen. Das fällt großen Förderungen und Sendern mit ihren Entscheidungsstrukturen schwer. Wir sind klein, wir gehen vor." Der Bremer Dokumentarfilm Förderpreis - 1991 als erster seiner Art gegründet - wurde 2020 als erster seiner Art anhand anonymisierter Anträge vergeben. Bremer Dokumentarfilm Förderpreis

Novellierung des FFG 2019/21

2019/2021 läuft die Novellierung des Filmfördergesetzes ffg. Hier ist unsere Stellungnahme dazu:
Bund der Filmbüros Stellungnahme zur Novellierung des FFG 2019
Wir beziehen uns darin vor allem auf die Stellungnahme des Verbands der deutschen Filmkritik VDFK: Stellungnahme des VdFk zum FFG 2022

Zu Gast bei den Nachbarn: 23. Filmfest Schleswig-Holstein 2019

FF SH 2019
FF SH 2019
Stolze Preisträger, Preisstifter und Jury: (v.l.) Christoph Zickler, Michael Kunkel, Daniel Krönke, Viola Rusche, Hauke Harder, Arne Sommer, Friedrich Tiedtke, Kay Gerdes, Saskia Wegelein (Foto: @Anna Rowedder, Filmfest SH)
Stolze Preisträger, Preisstifter und Jury: (v.l.) Christoph Zickler, Michael Kunkel, Daniel Krönke, Viola Rusche, Hauke Harder, Arne Sommer, Friedrich Tiedtke, Kay Gerdes, Saskia Wegelein (Foto: @Anna Rowedder, Filmfest SH)

2019. Saskia Wegelein vom Filmbüro Bremen war Teil der Jury: "Zwei Tage Dokumentarfilme aus Schleswig-Holstein sichten. Das ist einerseits ein Marathon, schärft aber auch den Blick und ich glaube, dass ich eine Vorstellung von dem Land und den Leuten bekommen habe.

In der Jury mit dem Kieler Dokumentatrfilmer Kay Gerdes, der selber schon mehrfach Preisträger dieses Festivals war und Linde Fröhlich von den Nordischen Filmtagen haben wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Ausgewählt haben wir einen sehr visuellen und rhytmischen Dokumentarfilm über einen zeitgenössischen Komponisten, für den wir unbedingt auch eine Aufführung in Bremen ermöglichen sollten: „To B or to B flat“, ein Portrait des belgischen Komponisten Boudewijn Buckinx, von der gebürtigen Kielerin Viola Rusche und dem Komponisten Hauke Harder.
Jurybegründung: „Der Gesa Rautenberg Langfilmpreis geht an einen Film, uns einen Menschen und Künstler nahebringt, mit dessen Schaffen wir wahrscheinlich sonst nie in Berührung gekommen wären. Hervorragender Ton und eine klare Kamera, fast minimalistisch, dabei ausdrucksstark und humorvoll wie der Protagonist und seine Musik, begeistern.“

Ähnlich wie Bremen pflegt Schleswig-Holstein seine Diaspora: der Publikumspreis ging an „Mann auf Blau“ von Friedrich Tiedtke, der an der Filmuni Potsdam studiert. Ein hervorragend geschriebener, inszenierter und gespielter Kurzfilm über die Spielregeln der Kunstszene - nur dass es sich als Dokumentarfilm herausstellte... wunderbar!

Vielfalt sichern

2018. Dazu gehört auch, die Teilnahme von Frauen am Filmschaffen zu sichern. Das Filmbüro hat eine Frauenquote von 45% bei Förderungen und Fördersummen. Unserer Ansicht nach liegt das daran, dass unsere Jurys ausdrücklich aufgefordert werden, das Ungewöhnliche zu fördern, sich nicht an Althergebrachtem zu Orientieren. Denn das ist meist männlich dominiert worden.

Geschäftsführerin Saskia Wegelein-Golovkov bei Quote Regie aus der Berlinale 2018:

Geschäftsführung des Filmbüro in FBW berufen

2007. Der Senator für Kultur der Freien Hansestadt Bremen hat die Geschäftsführung des Filmbüro Bremen e.V. als Mitglied der Bewertungs- bzw. Hauptausschüsse der Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW) vorgeschlagen. 2007-2018 hat Klaus W. Becker das Land Bremen verteten, seit 2019 Saskia Wegelein.
Die FBW (gegründet 1951) ist eine Einrichtung aller 16 Länder mit dem Status einer Oberen Landesbehörde, die der Rechtsaufsicht des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst untersteht. Sie hat die Aufgabe, Filme (einschließlich Vermarktung auf VHS/DVD) in allen ihren Formen durch die Vergabe der Prädikate „Wertvoll" und „Besonders wertvoll" zu fördern. www.fbw-filme.de

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