Filmmusik - Sehen, Hören, Fühlen
Dieser Workshop soll sich mit der Wirkung, Funktion, Entstehung von Filmmusik auseinandersetzen. Im ersten Teil wird anhand von einigen Beispielen dargestellt, wie Filmmusik den Film als entscheidender Bedeutungsträger beeinflusst, Empfindungen und Interpretationen verstärkt, verändert oder aufhebt. Da neben gängigen musikwissenschaftlichen Modellen zu Funktions- und Wirkungsebenen auch Einblicke in die sprachwissenschaftliche Betrachtung von Film und Filmmusik gewährt werden, eignet sich der Workshop genauso für fächerübergreifende Projektarbeiten, wie für fachspezifische Themeneinheiten aller sprachlichen und musischen Fächer.
Im zweiten Teil soll anhand von Beispielen aus der Praxis gezeigt werden, wie Filmmusik entsteht. Von der Auswahl des Komponisten und den ersten Spotting Sessions, über die Komposition der Musik bis hin zur finalen Abmischung werden hier die Prozesse aufgezeigt, die während einer Filmmusikproduktion zum Tragen kommen. Dabei soll von der Song-Score eines kleinen Independent-Films bis hin zur großen orchestralen Hollywood-Score möglichst alle Erscheinungsformen von Filmmusik dargestellt werden.
Der dritte Teil dieses Workshops widmet sich der Frage, mit welchen Methoden und Werkzeugen Filmmusik komponiert und produziert wird. Zuerst werden Beispiele aus der Praxis beleuchtet und zur Demonstration einige Videosequenzen exemplarisch vertont. Danach soll in Echtzeit an einer Filmsequenz gearbeitet und zusammen mit den Teilnehmern eine eigenständige Filmmusik erarbeitet werden. Je nach technischer Ausstattung des Ortes können die Teilnehmer auch selbst aktiv werden und sich an eigenen Kompositionen versuchen (Voraussetzung hierfür wäre das Vorhandensein entsprechender Workstations mit Computern, Midi-Keyboard und Sequencer-Software wie Cubase oder Logic). Anhand der im ersten Teil beleuchteten Wirkungs- und Funktionsmodelle kann nun verdeutlicht werden, ob und wenn ja wie die erarbeiteten Filmmusiken funktionieren.
David Mautz
![]() David Mautz |
hat am Berklee College of Music (Boston, USA) Filmmusik und Schlagzeug und an der Universität Bremen Musik (Schwerpunkt Komposition, Hauptfach Schlagzeug) und Englisch für das gymnasiale Lehramt studiert. Seit August 2009 ist er zudem wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Institut für angewandte Sprachwissenschaft der Universität Bremen. Sein Promotionsprojekt "Intertextualität von Film, Musik und Sprache" ist interdisziplinär angelegt (multimodale Sprachwissenschaft, systematische Musikwissenschaft und Kognitionswissenschaft) und der Frage gewidmet, wie die affektive, semantische und kognitive Wahrnehmung und Interpretation von Film durch den Wechsel musikalischer Parameter manipuliert werden kann. Außerdem ist er freiberuflicher Musikpädagoge, ist im Januar 2010 Juror bei Jugend Musiziert und hat als Musiker, Komponist und Orchestrator in den verschiedensten musikalischen Bereichen Erfahrungen sammeln können.




